23. Juli 2015

Interview mit Sri Swami Vishwananda


Während Seiner Italien Rundreise im März dieses Jahres, hat Sri Swami Vishwananda ein Interview gegeben. Der Interviewer, Amrir Ananda Giri J., begann mit der Frage, wie die vier erwähnten Gurus im Gebet zum Guru (unten) durch Swamiji arbeiten.

Gurur Brahmaa Gurur Vishnuh
Gurur Devo Maheshvarah
Guru Shakshat Param Brahma
Tasmai Shree Guruve Namaha

Sri Swami Vishwananda: „Man muss dieses Mantra tatsächlich verstehen; es gibt keine vier verschiedenen Gurus, sie alle sind vier in Einem. Es gibt nur einen Guru – Guru ist Brahma, Guru ist Vishnu, Guru ist Shiva und Guru ist Parabrahma. In der Hindu Tradition verehren wir natürlich Gott. Wir haben große Ehrfurcht vor Gott – Gott ist das Höchste. Doch Gottbewusstsein herrscht überall, in allem. Es gibt keinen einzigen Ort, wo Gott nicht gegenwärtig ist. Wie jedoch Krishna in der Gita gesagt hat: ‚Ich werde in der Form des Meisters kommen, in der Form des Gurus.' Der Guru ist der Repräsentant des Schöpfers, Beschützers und Zerstörers. Und der Guru ist Parabrahma, denn in der Hindu Tradition können wir Gottes Gnade nicht ohne die Gnade des Meisters erlangen. Und das ist nicht nur in der Hindu Tradition so, es gilt in allen Traditionen. Denn man kann Gott nicht erreichen ohne die Gnade zu empfangen – und diese Gnade tragen die Meister. Also, wenn  man dem Meister zugeneigt ist, wenn man in Verbindung mit dem Meister ist, gießt der Meister diese Gnade über dem Schüler, oder dem Devotee, aus. Und wenn man diese Gnade empfängt, nimmt man das Göttliche wahr. Dann erkennt man, dass es keinen Unterschied gibt zwischen dem Meister und dem Göttlichen. Da ist kein Unterschied zwischen Gott und Seinem Schüler, der Guru, und dem, der die Jüngerschaft oder Gottbewusstsein erreicht hat, sie sind Eins geworden. Doch eine Sache ist ganz klar – der Guru wird immer wissen, wo der Guru steht und wo Gott steht. Deshalb sagte ich vorgestern, im Leben von Kabir gab es eine Zeit, als er eine Vision hatte: auf der einen Seite stand sein Guru, und auf der anderen Seite stand Krishna. Er befand sich in einem großen Dilemma: ‚Vor wem soll ich mich zuerst verbeugen, vor dem Guru, oder vor Govinda? Er hat sich dann zuerst vor seinem Guru verbeugt. Warum? Ohne die Gnade des Meisters, würde er Govinda niemals finden, er würde Gott niemals finden. Doch durch die Gnade des Meisters hatte er Krishna gefunden. Es ist das Gleiche in den Leben von all den Großen. Sri Adi Shankaracharya sagte selbst: ‚Ich war ein großer Gelehrter. Ich habe um all die Vedas, all die Upanishaden, all die Puranas gewusst, aber trotzdem ist ohne die Gnade meines Meisters, ohne den Segen des Gurus, nichts möglich.' Das ist die Bedeutung von diesem Vers. Er sagt, dass der Guru der Schöpfer ist. Der Guru ist der Eine, der eine bestimmte Illusion erschafft, bestimmte Situationen, eine bestimmte Richtung im Leben des Devotees oder des Schülers.
Und Er ist der Eine, der in der Form Vishnu's alles erhält. Er ist der Eine, der das Wissen zum Erhalt gibt, das Wissen, damit der Devotee verstehen kann, wohin er geführt wird. Und der Guru ist Shiva, denn Er ist der Eine, der Unwissenheit zerstört.

Dafür steht das Wort Guru. Das Wort Guru bedeutet das ‚Entfernen der Dunkelheit.' In dieser Form ist Er Shiva, der die Unwissenheit zerstört, die Dunkelheit der Unwissenheit, und der aus einem das Wahre Selbst erstrahlen lässt. Der Guru ist diese drei in Einem, und der andere Vers sagt dann: ‚Guru Shakshat Parabrahma.' ‚Guru Shakshat Parabrahma' bedeutet, der Guru ist der Höchste. Hier ist der Guru nicht der physische Guru, sondern Er ist der Universelle Lehrer – Gott Selbst."

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