6. Juni 2014

Nord Indien Pilgerreise mit Swami Vishwananda, 10.Tag

Samstag, 31. Mai
Paartha schreibt:

Am nächsten Tag fuhren wir erst gegen Mittag ab weil Swami am Vormittag einem Filmemacher, der einen Dokumentarfilm über Bhakti macht, ein Interview gab. Während der Busfahrt erzählte uns Swami die Geschichte der Pandavas im Exil:



“Während einem Jahr im Exil mussten die Pandavas inkognito leben. Sie waren also im Exil. Weshalb waren sie im Exil? Sie hatten das Würfelspiel verloren. Während jener Zeit verloren sie auch ihren ganzen Besitz, alles. Natürlich war Draupadi sehr wütend, auch mit ihren Ehemännern, weil diese sie nicht beschützen konnten. Dies war der Moment, als die Kauravas versuchten, ihr die Kleider vom Leib wegzunehmen und in diesem Augenblick rief sie zu Krishna und der bedeckte sie mit einem endlosen Kleid. 



So geschah es, dass sie in ihren Palast zurück geschickt wurden unter einer Bedingung, dass sie 12 Jahre im Exil verbringen mussten, und ein Jahr davon ganz inkognito, niemand sollte von ihnen wissen. Also kamen sie hier zu diesem Platz (Palast von König Virat) wo wir nun hingehen. Bhim wurde Koch, ein anderer kümmerte sich um die Pferde, er war sehr gut darin, Yudhishtira wurde Ratgeber des Königs, Arjun wurde Tänzer, er war wie eine Frau gekleidet und für ein Jahr und wurde Brihannala genannt. Er war ein sehr guter Tänzer. Während diesem Jahr war König Virat der einzige der wusste, dass sie die Pandavas waren und er gab ihnen bereitwillig einen Platz, aber er sagte niemandem etwas. Während diesem Jahr blühte das Königreich auf, wurde gross, dieses Königreich das vorher niemanden interessierte, um das sich niemand kümmerte, es stand immer an letzter Stelle, doch während jenem Jahr blühte es so wunderbar auf, aber niemand wusste weshalb. Bei den Kauravas war Shakuni sehr weise. Shakuni ist der Onkel der Kauravas, er war ein ausgezeichneter Mann, sein Verstand brilliant. Krishna sagte auch, eine Person vor der ich mich fürchte ist Shakuni, denn er erkennt meine Pläne immer zum Voraus. Doch eine Person vor der Shakuni immer angst hatte, war Krishna. Besonders dann, wenn Krishna jeweils zu ihm sagte: “mamajiii” (Onkel), begann sich Shakuni zu fürchten und sagte  “Yadhavji, nenne mich nicht Mama”. Weshalb? Weil Krishna seinen eigenen Onkel Kansa tötete. Und natürlich möchte niemand an Kansas Stelle sein. So jedes Mal, wenn Krishna absichtlich Shakuni Mama rief, wurde Mama überängstlich. An diesem Platz also waren die Pandavas. Shakuni also sagte, ja, ich weiss dass sie hier sind, doch ich weiss nicht wie sie hier sind. So gingen sie also dorthin und versuchten herauszufinden, wer wer war. Sie gingen also zu König Virat „Wir wissen sicher dass die Pandavas sich hier verstecken, sag uns wo.“ Und der König sagte „Nein, wenn die Pandavas hier wären würde ich mich gross fühlen, doch sie sind nicht hier.“ Danach sagten die Kauravas, dass sie seine Armee bekämpfen würden wenn er sie nicht nachschauen liesse, doch Virat sagte “Nein, das ist mein Königreich, sogar wenn sie hier wären, wären sie unter meinem Schutz. Ich erlaube euch nicht zu suchen oder irgendjemandem Fragen zu stellen.“ Er war ein gerechter König und die Pandavas respektierten das. 


Die Regelung war so, dass bis Sonnenuntergang am letzten Tag (des Exils) niemand sie erkennen sollte. Als nun diese Zeit da war, griffen die Kauravas das Königreich von Virat Raj an. Die Kauravas teilten die Armee auf und umzingelten den Ort. Arjun, als Frau gekleidet ging nur mit dem Prinzen, der war damals 14 Jahre alt, Arunja nahm ihn, denn alle andern Männer waren auf der andern Seite. Als sie mit dem Angriff starteten, kamen sie von beiden Seiten.


Arjun nahm den Prinzen nur um dorthin zu gehen. Es war die Zeit für den Angriff. Der Prinz schoss einen Pfeil, doch als er die feindliche Armee sah, bekam er Angst. Arjun sagte zu ihm „kämpfe!“ Doch dann schaute der zu Arjun und sagte „Du bist ein Eunuch, was verstehst du denn vom Kämpfen? Du kennst dich nicht aus in der Kampfeskunst.“ Doch Arjuna sagte: „Ich sage dir, kämpfe, kämpfe!“ und er gab sich ihm als Arjuna zu erkennen. Doch der Prinz konnte nicht kämpfen, deshalb übernahm Arjuna und versetzte die Kaurva Armee in Schlaf mit einer besonderen Waffe (astra sammohana) die er erhalten hatte (Bhishma hatte eine Gegenwaffe, gebrauchte sie aber nicht weil er wollte dass der Krieg aufhöre). 


Sie gingen in den nahegelegenen Wald wo vorher, als sie noch inkognito waren, alle Pandavas ihre Waffen versteckt hatten. Devi (Maya) versteckte mit ihrer Maya die Waffen. Es war nun also Zeit. Als Arjun dorthin ging, gab Devi Arjun die Waffen zurück. Arjun wartete bis Sonnenuntergang. Als der letzte Sonnenstrahl verschwand kam Arjun, diesmal in normalen Kleidern und er begann mit den Kauravas zu kämpfen um König Virajs Palast zu beschützen. Nach der Schlacht installierten sie den Shiv ling. Dies war um „Danke“ zu sagen an Devi, die ihnen ihre Waffen versteckte und sie waren dankbar dafür, ein Jahr inkognito zu sein. Krishna bat sie, den Shiva Ling dorthin zu legen. 

In diesem Garten (wo wir im Moment sind) traf Draupadi jeweils Krishna und die Pandavas wann immer sie um ein Treffen baten. Wisst ihr wie sie um ein Treffen baten? Es gibt einen bestimmten Laddhu, genauer Peysanka Laddhu. Wann immer Bhim Peysanka Laddhu machte und es als Prasad an alle schickte, dann wussten sie, dass sie sich dort treffen sollten. Der König mochte Peysana Laddhu nicht, doch an dem Tag, wo sie sich treffen sollten war Peysanka Kaddhu auf seinem Tablett.“ 


Als wir am Ort des Shiva Lingams ankamen war es 46 Grad heiss und die Airconditioning im Bus funktionierte nicht richtig. Wir gingen schnell in den Tempel hinein, denn dort war es wenigstens ein bisschen kühler. Wie auf dem Foto zu sehen, ist der Lingam unten etwas dünner. Der Priester erklärte uns, das sei deshalb, weil die Pandavas ihn dorthin setzen und Bhim, der zu stark war, ihn etwas zerdrückt habe, als er ihn in der Hand hielt. 

  
Unter dem Tempel waren zwei Bassins, eines war im Gebäude drin und wurde von Draupadi zum Baden benützt und das andere draussen von ihren Ehemännern. 


Doch als wir dort waren, hatten die Dorfjungen davon Besitz genommen. Der Priester sagte, dass das Wasser dieses Beckens, das nur 5-6 Fuss tief ist, nie aufhört zu fliessen seit das Becken gebaut worden war. Das Dorf hatte deshalb nie ein Wasserproblem, wo hingegen in der umliegenden Gegend immer Wasserknappheit herrsche. 

Der nächste Tempel zu dem wir gingen war der Kalika Tempel. Es heißt, dass ein paar Haare von Sati an dieser Stelle niederfielen. (Der „offizielle“ Ort jedoch wo Satis Haar hinfiel ist Dakshineshwar Tempel in Calcutta wo Sri Ramakrishna jeweils anbetete.)



 Die Geschichte dieses Kalika Tempels geht zurück zu einem König mit Namen Jai Singh, der eine Statue dort plaziert hatte. Einmal, während Navaratri als die Tempeldamen gechantet haben, betrat eine junge Dame den Palast und begann mit den andern Frauen zu singen. Sie war ausserordentlich schön und ihr Stimme äusserst wohlklingend. Nachdem das Singen vorüber war sagte die Frau zum König „Ich bin glücklich, frage mich um eine Gunst.“ Der König sagte, dass er sie heiraten möchte. Daraufhin wurde die Göttin wütend und verfluchte den König indem sie sagte: „Du bist agnostisch und stolz geworden wegen deines Königreichs. Beide, du und das Königreich werden zerstört!“ Das gesagt, verschwand die Göttin. Das Bild von Kalika begann in die Erde zu versinken. Ein Heiliger, welcher hinter dem Palast wohnte, flehte die Göttin an zu bleiben zum Nutzen der Menschheit. Sie versank in der Folge nicht weiter im Boden, nur Ihr Kopf ragte noch aus dem Boden heraus. So ist sie heute noch da und wird dort verehrt. Der König wurde später in einer Schlacht getötet und die Stadt verödete für längere Zeit, bis sie dann später wieder aufgebaut wurde. 

Man kann sich fragen, weshalb sie diesen König derart hart behandelte, doch wann auch immer Gottheiten oder Heilige einen Fluch über jemanden aussprechen, ist es immer auch eine verhüllte Segnung. Als Menschen ist unsere Wahrnehmung beschränkt und wir sehen nur, was uns auf dieser physischen Ebene geschieht, was nichts ist im Vergleich mit der Entwicklung und dem Lernen der spirituellen Seele, die wir eigentlich sind, durch verschiedene Inkarnationen über Jahrhunderte, Jahrtausende und darüber hinaus. 


Ein etwas verschwommenes Foto des Kali Pindi (man kann Sie erkennen auf dem Boden mit einer Krone und goldenen Augen) da es oft nicht erlaubt ist, Fotos von Original-Gottheiten zu machen.

Wir kauften etwas Prasad und Saris die wir Kali opferten und gingen die Stufen hinunter für Ihren Darshan. Als wir das Heiligtum betraten sahen wir Ihre herrliche Form eines Pindi. Es war eine mit Liebe erfüllte Stimmung und wir konnten einige Minuten vor Ihr verweilen, sie verehren und zu Ihr beten. Es schien, als sei Sie sehr glücklich Guruji und uns Sie besuchen zu sehen. Nach dem Darshan blieb Guruji noch eine Weile betend dort. Nach der Circumbulation gab mir eine Priesterin (?) das Prasad für unsere Gruppe und segnete einige von uns.  

Guruji praying in Kali Temple
Den Rest des Tages hatten wir frei um zu shoppen und einen Hollywoodfilm (X-Men) in Hindisynchronisation anzuschauen. Ich weiss nicht was die Inder im Kino mehr amüsierte, den Film zu schauen oder die Tatsache, dass 40 Europäer (Goras) sich einen Film ansahen in dem sie kein einziges Wort verstanden…..

4. Juni 2014

Nord Indien Pilgerreise mit Swami Vishwananda, 9. Tag

Paartha schreibt: 

 Tag 9, Freitag, 30. Mai 2014
Am Freitagmorgen verliessen wir Naino Devi um unsere Pilgerreise in Richtung Mansa Tempel und Chandigath fortzusetzen. Gerade als es anfing sehr heiss zu werden, als die Sonne hervorkam, erfüllte Donnergrollen die Luft und innerhalb von ein paar wenigen Minuten goss es wie aus Kübeln und die Temperatur wurde wieder erträglich.


Unterwegs hielten wir in Anandpur Sahib (Heilige Stadt der Glückseligkeit), der „Geburtsstätte“ des Sikhismus, so wie er der heutigen Welt bekannt ist. 




Der Guru Dwara (“Tür zu Gott/Guru”, ein Sikh Tempel) sieht sehr beeindruckend und schön aus. Am Eingang mussten diejenigen, welchen keinen Turban trugen (alle in unserer Gruppe…..) ein kleines Tuch auf den Kopf legen um diesen zu bedecken. Dies ist die einzige Bedingung, um einen Guru Dwara betreten zu können. 

Wir stiegen die Stufen hoch, betraten den Tempel und machten Parikrama (circumambulation) beim Guru Grant Sahib (dem heiligen Buch der Sikhs), die heiligste Stelle im Tempel. Beim Guru Grant Sahib sass ein Mann der daraus las, während drei andere Männer Kirtan sangen. Im Tempel drin waren Guru Gobindh‘s Waffen mit denen er gegen die Mogule gekämpft hatte, wie auch das Schwert, das ihm von Jwala Mata geschenkt worden war. Dann setzten wir uns für etwa 10 Minuten nieder. Die Stimmung hier war sehr friedlich und Ehrfurcht gebietend. Gurpreet erzählte uns später mehr über die Geschichte der Sikh Religion und diesen Tempel.



Er sagte, dass der Begründer des Sikhismus Guru Nanak Dev sei. Während des 17. Jahrhunderts waren die Mogule vom Nordwesten her in Indien eingedrungen. In der Folge versuchten sie auch den Sikhs ihre Religion aufzuzwingen. Guru Teg Bahadur und drei seiner nächsten Anhänger widersetzen sich der Bekehrung, worauf sie gefoltert und getötet wurden. 
Nach viel Leid das die Sikh Menschen erdulden mussten ging der nächste Guru, Guru Gobind Singh, auf eine Pilgerreise nach Jwala Devi (Göttliche Mutter in der Form einer Flamme, siehe früherer Bericht). Dort bekam er Darshan von Jwala Mata und sie wies ihn an, dass die Zeit gekommen sei zu den Waffen zu  greifen um Sanatana Dharma (Hinduismus) gegen die Invasoren zu verteidigen. Sie übergab ihm ein Schwert und wies ihn an, eine neue Kriegerklasse innerhalb des Sikhismus zu gründen.
Kurz darauf wurden  Guru Gobind Singh’s Kinder gefangen genommen. Sie wurden vor den Mogul geführt. Erhobenen Hauptes traten sie vor und sagten, dass sie nie ihren Glauben aufgeben würden. In der Folge wurden sie alle lebendig begraben. Während sie begraben wurden sagte man ihnen, dass das einzige was sie tun müssten sei, den Islam als die einzig wahre Religion anzuerkennen. Doch sie blieben standfest, auch das jüngste Kind, ein Knabe von vier Jahren, und sie wurden alle getötet.


Als er von Jwala Devi zurückkam, versammelte er alle seine Krieger und er bat um einen Freiwilligen, der seinen Kopf für die Sache opfere. Schliesslich trat ein Mann vor. Er führte ihn in sein Zelt und als er wieder heraustrat hielt er dessen Kopf in der Hand und zeigte ihn allen. Er sagte, dass er noch einen weiteren Freiwilligen brauche. Wieder trat ein Mann vor und dieses Mal trat er mit zwei Köpfen in der Hand aus dem Zelt. Das ging so weiter, bis er fünf Köpfe hatte. Als er wieder in sein Zelt ging und dann nach einigen Minuten wieder heraustrat, waren die fünf Männer mit ihm, welche ihre Köpfe wieder trugen, als sei nichts geschehen. Diese fünf Männer wurden die Anführer von fünf Gruppen von Kriegern. Sie werden als “Panj Piaras”, betrachten, die fünf geliebten Schüler des Guru. Zusammen gelang es ihnen die Bekehrung vom Hinduismus zum Islam zu stoppen und die Hindu- und Sikh Traditionen zu beschützen. 


Die Sikhs werden in ihrer eigenen Sprache (Punjabi), Khalsa genannt. Guru Gobind Singh wies sie an, fünf Dinge zu tragen die mit dem Buchstaben „K“ beginnen um sie so als Sikhs zu erkennen: Kes (langes Haar) Kanga (kleiner Kamm um die Haare zusammenzuhalten), Kada (Armreif, welcher Mut symbolisiert) Kirpan (Schwert, um die Schwachen zu beschützen), Kacha (langes Unterkleid, Keuschheit symbolisierend). 
Guruji sagte, dass alle zehn Gurus des Sikhismus (Guru Gobind Singh war der letzte) Inkarnationen des ersten, Guru Nanak gewesen seien. Guru Gobind Singh wies dann die Sikhs an, dass das einzige, was die Sikhs nach ihm anbeten sollten, Guru Granth sei, ihr Heiliges Buch. Deshalb trifft man in Sikh Tempel keine Götterbilder an, nicht einmal ein Bild des Guru. 



Ausserhalb des Tempels ist der Akal Takht (ein langer Speer) welcher das Symbol der Sikhs ist zu sehen. 
Auf dem Weg nach aussen war es interessant festzustellen, dass nicht nur die normalen Shop-Buden mit Devotionalien vorhanden waren, sondern auch viele Buden mit Messern und Schwertern, da es ja die Pflicht eines jeden Sikhs ist, die Nation zu verteidigen und die Schwachen zu beschützen. 


Wir setzten unsere Busfahrt fort und erreichten schliesslich den Mansa Devi Tempel. Mansa Devi ist besonders bekannt dafür, dass sie Wünsche erfüllt (Manas = Wunsch) und dass sie die Vorfahren befreit. Der Tempel steht an der Stelle, wo Sati’s Kopf hingefallen ist. 

Die ganze Geschichte des Tempels und von Mansa Devi ist recht lang und mit einem Heiligen mit Namen Zart Karu verbunden. In jenen Tagen führte Janmejaya ein großes Schlangen- „Sarpa satra“, eine Opferhandlung, durch, die alle lebenden Schlangen zerstören würde. Janmejaya hegte einen tiefen Groll gegen Schlangen, da sein Vater Parikshit von einer Schlange gebissen worden war und daran starb (nach dem Fluch eines Weisen). Dies führte zu einem dramatischen Rückgang der Schlangenpopulation in der ganzen Welt und die Schlangen standen vor dem Aussterben. Auf die Nachfrage der Götter sprach Brahma zu ihnen, dass nur wenn ein Heiliger mit Namen Zart Karu, welcher der einzige verbliebene Nachkomme der Schlangenrasse sei einen Sohn zeugen würde, ihre Rasse verschont würde, denn nur Zart Karus Sohn wäre fähig das Schlangenopfer auf der Erde zu stoppen. Der Schlangenkönig Vasuki versprach, dass er seine Schwester Zart Kuru zur Frau geben würde, so dass sie einen Sohn von ihm gebären könne. 


Zart Karu wanderte zu jener Zeit auf der Erde voll in spirituellen Streben. Er machte strenges Tapasya (Busse) um spirituelle Kraft und Einsicht zu erlangen. Eines Tages kam er an einem Baum vorbei an dem er mit seinem spirituellen Auge einige Vorfahren an einem Ast hängen sah, kopfüber über einem Teich und sie drohten jeden Augenblick hineinzufallen. Er fühlte sofort Mitleid mit ihnen und sagte, dass er die Früchte seiner ganzen spirituellen Leistungen/Kräfte hingeben würde um sie zu retten. Er fragte nach, wer sie seien und sie sagten, dass sie die Vorfahren der Schlangenrasse seien und da niemand auf der Erde da sei um für ihr Wohl zu sorgen, seien sie verloren. Sie sagten, dass keine spirituelle Kraft ihnen helfen könne, nur wenn ihre Vansh-Parampara (Abstammungslinie) aufrecht erhalten werde, könnten sie von ihrem Schicksal, in die Hölle zu fallen verschont werden. Sie sagten, dass es nur einen in der ganzen Familienlinie gäbe und der sei nutzlos, da er ein bekannter Sadhu mit Namen Zart Karu geworden sei, der gierig nach spiritueller Praxis sei. Sie sagten ihm, dass wenn er Zart Karu treffen sollte, er ihm von ihrem Schicksal sagen und ihn bitten solle, ihnen zu helfen. Als er das gehört hatte wurde Zart Karu traurig und mit würgender Stimme sagte er zu ihnen: „Ihr seid meine Väter und Vorväter. Ich bin euer gezeugter Sohn Zart Karu.“ Er war einverstanden zu heiraten und einen Sohn zu haben unter der Bedingung dass er nicht die Last auf sich nehmen müsse, für ihren Unterhalt zu sorgen. 
 Der Schlangenkönig Vasuki gab Zart Karu seine Schwester zur Frau und war einverstanden, dass er für sie sorgen werde auch nach der Heirat. Die beiden heirateten und Vasuki’s Schwester brachte ein göttliches Kind zur Welt mit Namen Astik. Der Knabe wurde am Hof des Schlangenkönigs Vasuki mit grosser Fürsorge aufgezogen. Er konnte schliesslich Janmejaya überzeugen, das Schlangenopfer einzustellen und  Frieden wurde so wieder hergestellt. In dieser Weise hatte also Vasuki’s Schwester die Wünsche der Schlangen erfüllt und wurde damit berühmt als Mansa Devi, Erfüllerin von Wünschen.
Nach dem Besuch des Tempels von Mansa Devi und Ihrem Darshan gingen wir noch etwas weiter hinauf und besuchten einen andern Tempel der dort gebaut worden war. Guruji war von dessen Schönheit sehr beeindruckt.  Um den Tempel herum hatte es große Bäume. Einer davon war ein Bilvabaum, bekannt für seine dreiblättrigen Blätter, welche Lord Shiva sehr lieb waren. Wir setzten uns dort für eine Weile nieder um etwas auszuruhen.  


Darshan von Mansa Devi über Guruji’s Schultern…


Zurück im Bus setzten wir unsere Reise Richtung Chandigath fort. Im Aussenbezirk von Chandigath gibt es eine Stelle, welche “Chandi Mandir” heißt, dort hielten wir mit dem Bus an. 


Es begann bereits einzudunkeln. Wir stiegen aus dem Bus aus und mussten als erstes die Bahngeleise überqueren. Gerade dahinter war der Tempel von Chandi (Kali). 


Es war an diesem Ort wo Chandi, als Sie den Dämon Mahishasur bekämpfte, so in Rage geriet, dass Sie von niemandem mehr gestoppt werden konnte. Shiva Shankar legte sich Ihr in den Weg, um Sie aufzuhalten. Als Sie ihn dort liegen sah, war Sie so erstaunt, dass Sie in Ihrer Überraschung Ihre Zunge herausstreckte und anfing, sich zu beruhigen. In einigen Erzählungen heißt es, dass Shiva dort als Baby lag und als Sie das Baby gesehen habe, Ihre mütterlichen Gefühle erwacht seien, Sie sich beruhigt und das Baby in Ihre Arme genommen und ihm die Brust gegeben habe.



Seither ist Ma Chandi dort in Form eines Pindi. Als die Pandavas im Exil waren, mussten sie während eines ganzen Jahres völlig inkognito leben aus einer Abmachung aus einem Würfelspiel heraus. Während dieser Zeit entdeckten sie das versteckte Bild von Chandi Devi in den Wäldern und begannen es zu verehren und Tapasya auszuüben. Ma Chandi war mit ihnen zufrieden und gewährte ihnen den Segen des Sieges und rüstete sie mit Waffen aus. 
Die Pujarini (Priesterin) gab jedem von uns viel Prasad und dann gingen wir zum Bus zurück. 



Nächste Pilgerreise mit Swami Vishwananda: Süd-Indien vom 9. - 22. Dezember 2014

Sri Swami Vishwananda macht einen weitere Pilgerreise, dieses mal duch Süd- Indien. Wer interessiert ist, hier sind die nötigen Informationen um sich anzumelden: 



Bhakti Marga bietet immer wieder Reisepakete an für Leute die daran interessiert sind heilige Stätten zu besuchen. Pilgerreisen sind Fahrten, bei denen wir im Äußeren reisen, um tiefere Ebenen im Inneren zu erreichen. Wenn man auf einer Pilgerfahrt unterwegs ist, ist dies weit mehr als eine gewöhnliche Reise. 
Die Menschen die wir nach einer Pilgerreise wiedersehen haben eine starke Veränderung und Weiterentwicklung durchgemacht und sind alle überaus glücklich und erfüllt. Sie  haben eine wichtige spirituelle Transformation durchlaufen, ein jeder in seiner persönlichen Art und Weise.

Unter der Leitung von Sri Swami Vishwananda veranstaltet Bhakti Marge Pilgerfahrten zu vielen Teilen der Welt, die reich in der Religionsgeschichte sind, wie Indien, Israel und Frankreich. Die nächste Wallfahrt findet in Süd-Indien statt, vom 9. - 22. Dezember.


Die Teilnehmer haben die Chance, alte Tempel im Herzen von Süd-Indien zu besuchen, oft bezeichnet als die "Heimat des Ayurveda" und das "Land Gottes". Sie erhalten auch die Möglichkeit, die "Backwaters" und Dörfer in Südindien auf einem traditionellen indischen Boot erkunden. 
Süd-Indien mit seinen Palmen, Gewürzen, Tee - und Kaffeesiedlungen, die Strände und die wunderschöne ruhige Landschaft ist der perfekte Ort den Alltag zu vergessen und einzutauchen in den spirituellen Reichtum des Landes.


Teile der Reise sind Mysore, der "Sandelholz City", und Bangalore; wo verborgene Schätze darauf warten, sich selbst zu offenbaren.

Zum Anmelden und für weitere Informationen klicke bitte auf folgenden link: 


Die Registration ist nach dem 15. Juni abgeschlossen.

2. Juni 2014

Nordindien-Pilgerreise mit Swami Vishwananda, 8. Tag, Satsang

Partha schreibt:

Nach dem Abendessen  des 28. Mai auf der Pilgerreise durch Nordindien (als ich bereits schlafen gegangen war) gab Guruji einen weiteren Satsang, den ich dann am nächsten Tag im Bus ab Video transkribierte, so gut ich es verstehen konnte, also vergebt bitte mögliche Fehler in den nachstehenden Ausführungen: 



Guruji: “Heute hattet ihr einen schönen Darshan von Bhagalamukhi Devi und gestern  hattet ihr einen schönen Darshan von Jwala Devi. Und Ihr wisst, in Jwala habt ihr die 7 Flammen, jede ist eine der Shaktis, jede repräsentiert eine der Kundalini (Zentren) im Körper drin. Deshalb waren die beiden letzten Flammen die unten im Kund waren, heller, sie brannten stärker.  Alle Jyotis, die drei Lichter, das Licht welches das Kali-Licht ist, das Dreieck, repräsentiert das Herzchakra, unten das Halschakra und das links, von mittlerer Grösse, neben dem grossen ist das Ajna und das obere das Sahasrana, das Kronenchakra. 
All die andern Orte, wo Devi ist, ist nur Swaroop, die Form von Ihr und die Pindas sind Teil von Ihr, jedoch auch Form, währenddessen Jwala Mukhi ist Sie selber, das Feuer ist Sie selber. 

Heute gingen wir nach Baghlamukhi. Wenn ihr über sie lest, dann scheint es, als sei Sie sehr ängstlich, doch in Wirklichkeit ist Sie das nicht. Im Verstand der Menschen, wenn ihr gelesen habt, habt ihr ein anderes Bild vom Tempel bekommen, ihr dachtet, oh du meine Güte, sie ist wild und destruktiv, doch als ihr dorthin gegangen seid habt ihr gesehen dass die Energie im Tempel anders ist. Sie ist in einer Weise Zerstörerin von allen negativen Qualitäten in euch, Sie erzeugt Gleichgewicht. Einige Leute dachten, oh mein Gott, sie verwandelt Gutes in Schlechtes, usw., nein, was Sie will ist, dass man beide Seiten meistert. In jedem Sadhana das ihr macht geht ihr durch solche Stadien wo beide Qualitäten präsent sind und ihr müsst euch über beide Qualitäten erheben. Krishna sagte zu Uddhava „Vergeude deine Zeit nicht mit Guten, vergeude deine Zeit nicht mit Schlechtem, beide gehen vorbei, sie bleiben nicht und sie werden dich nirgendswohin führen“. Bhagalamukhi steht für das - meistere und steige darüber hinaus, nicht nur das Gute und nicht nur das Schlechte. Aber die Tendenz der Menschen ist, sich nur an das Gute zu hängen und sie unterdrücken das Schlechte in sich. Doch ihr habt beide Qualitäten in euch drin. Es geht nur darum, dass ihr sie kontrolliert. Wenn ihr sie kontrolliert, dann überwindet ihr sie, steigt über sie auf. Deshalb kommen oft bestimmte Dinge in euch auf, die ihr nicht sehen wollt, ich spreche nicht über eine bestimmte Person. Ihr schiebt es beiseite und unterdrückt es in euch, wisst nicht wo es ist, doch es ist dort. Deshalb gibt es im Leben einen Kreis, der sich wiederholt. Der Grund, weshalb ähnliche Erfahrungen geschehen, ist wegen dieses Musters, dass ihr euch noch nicht darüber erhoben habt. Wenn ich euch einmal darüber erhoben habt, wird es aufhören euch zu verfolgen und zu plagen. Dafür steht Bhagalamukhi . Natürlich hatten wir heuten einen schönen Darshan von Naino Devi. Und wisst, es ist lustig, wiederum, wie in den andern Tempeln bis jetzt, alle Darshans waren schön. Es gab nicht einen Darshan den ihr hattet, der nicht schön war. Heute zu Bhagalamukhi zu gehen, war auch sehr wichtig. Weil wir die Navadurga machen, die neun Gottheiten, doch die neun Gottheiten brauchen mindestens einen Mahavidya. Es gibt zehn Mahavidyas die für die zehn Richtungen stehen, welche die Shaktis betreuen (die 8 Richtungen sowie eine nach oben und eine nach unten = 10) Das sind die Mahavidyas. Und auch Naino Devi, es war wirklich sehr, sehr schön, hier gewesen zu sein. 



F: In allen Tempeln ist ein grosser Baum, weshalb?
Guruji: Sehr oft war es ein Heiliger, welcher dort Tapasya (Busse) machte oder der Pinda war unter dem Baum. Diese Bäume sind meistens Heilige Bäume, wie der Baum in Naino Devi welcher ein Pipal Baum ist. Der Priester sagte dass der Pipal Baum sehr heilig ist weil er die Gebete energetisiert. Pipal repräsentiert das Gebet von Brahma. Im Pipal ist auch der Geburtsort von Adishesh. Er wurde in einem Pipal Baum geboren. Deshalb ist dieser Baum auch Lakshmi Naayan so ans Herz gewachsen, deshalb war auch ein Lakshmi Narayan Tempel drin. Natürlich gibt es auch andere Bäume, alle Gottheiten sind mit irgendeinen Art Baum (Pflanze) verbunden.  

F: Du sagtest, dass wenn wir zum Darshan gehen, wenn wir volles Vertrauen haben wir um nichts bitten, denn die Mutter weiss, was wir benötigen und auf der andern Seite sagst du, dass wenn Gott vor einem erscheint, sei vorbereitet darauf, um was du bitten willst, also in diesem Moment  muss man für etwas bitten, oder …?
Guruji: Nein, es ist nicht so, dass du für etwas bitten musst, aber, da man ein Mensch ist, Menschen haben immer einen Wunsch. Zum Beispiel: Heute gingen  wir nach Chintpurni und ein Mann fragte Gurdeep ob ich über die Zukunft erzählen könne. Nun, ich kann ihm über seine Vergangenheit  und auch über seine Zukunft sagen, doch ich bin nicht dafür da. Dies ist die Mentalität von Menschen die zum Tempel gehen weil eine Absicht dahinter ist. Bei den meisten Menschen. Doch die einfachen Menschen, die gehen zum Tempel weil sie diese Beziehung und Hingabe haben, sie brauchen nicht um etwas zu bitten. Und auch, wenn Sie erscheint braucht ihr Sie nichts zu fragen. Sie weiss es. Aber Sie wird euch prüfen, ob ihr ein Objekt mit einer Limitierung wollt oder wollt ihr etwas, was jenseits dieser Begrenzung ist, Sie wird euch diese Wahl lassen. 
Deshalb, als Krishna Surdass erschien (Surdass war blind) und ihm sein Augenlicht gab, da konnte er alles sehen, doch er schaute nichts anderes an als Krishna. Krishna sagte zu ihm „Was willst du“? Und Surdass sagte: „Herr, ich habe Dich gesehen, nun nimm diese Augen wieder weg von mir“.



Dies ist die Prüfung, die Gott dem Menschen gibt. Wer sich nicht vollständig hingegeben hat wird sie nicht bestehen. Sie erhalten alles andere, doch sie werden das Wichtigste verlieren. So gibt Er euch die Wahl zwischen der Welt und IHM. 

F: Heute, als wir Devis Augen opferten, was bedeutet das?
Guruji: Naino Devi Tempel ist die Stelle, wo Sati’s Augen hingefallen sind. 

F: (Ich habe nicht verstanden…)
Guruji: Alles ist wichtig und alles ist unwichtig. Seht, ihr habt beides darin. Da ihr Augen habt zu sehen ist das wichtig, sonst  wäret ihr blind.  Braucht diese Augen, denn ihr schaut für einmal etwas Gutes an.  Und wenn ihr etwas Gutes anschaut, heißt das auch dass es euch  Gutes bringt. Denn von Auge zu Auge sind immer Strahlen, die durchfliessen. Diese Strahlen bringen viele Dinge auch zu euch, deshalb sagen sie euch, dass ihr in die Augen (von Devi) schauen sollt. 

Guruji beendete dann den Satsang und alle gingen zu Bett.

Nordindien Pilgerreise mit Swami Vishwananda zu den 9 Göttinnen, Tag 8

Donnerstag, 29. Mai

Paartha schreibt: 
Den ersten Tempel den wir besuchten war der Bagalamukhi Tempel. Bagalamukhi heißt “deren Gesicht über alles herrscht” und auch “Gesicht der Weisheit”. Sie ist eine der zehn Mahavidyas und Sie wird angebetet um Sieg (im Krieg und bei Gerichtsverfahren), gegen Klatsch und Getratsch  und Feinde im Allgemeinen. Allerdings bewirkt Sie Gerechtigkeit nur wenn der Devotee dies auch verdient. 


Sie kann auch alles ins Gegenteil kehren. Sie ist die Kraft im Universum, welche Gleichgewicht schafft, Gutes verwandelt sich in Böses und Schlechtes wird gut, usw. um letztlich den Devotee hinter das Gegenteil zu bringen, über die Dualität hinaus empor zum Göttlichen. Im Allgemeinen ist es erforderlich dass man eine besondere Initiation von einem Guru hat um Ihr Sadhana auszuüben.  


Alles in diesem Tempel ist in gelber Farbe gehalten, denn dies ist die Farbe welche Bagalamukhi am meisten liebt. Auch die Devotees und die Priester tragen gelbe Gewänder. Guruji bemerkte dass die gelbe Farbe dem Tempel eine sehr heitere Atmosphäre verleiht. Die Gottheit von Bagalamukhi wurde von niemandem andern als Lord Rama selbst eingesetzt, daher vor sehr langer Zeit.  Dann betete er zu Devi um Sieg im Kampf, als er sich aufmachte um Sita wieder zu zurück zu gewinnen.  Bagalamukhi gab ihm den kraftvollen „Brahma Astra“, die Waffe mit der er Ravana tötete.

Interessant zu bemerken, dass sogar Ravana’s Sohn, Megnath Busse tat um siegreich zu sein, indem er zu Neelamba Devi betete, und 1000 Yagnas ausführte. Allerdings wurde er von Laksmana und Hanuman gestoppt, so dass er das Opfer nicht erfolgreich beenden konnte. 

Wir hatten Darshan von Devi und ein Priester war so nett und machte mit Guruji’s Handy eine Nahaufnahme von Ihr: 

So wird Sie normalerweise dargestellt, mit einer Hand die Zunge des Feindes (Dämon) haltend, in der andern  einen Schläger.


Hinter dem Tempel, einige Stufen unterhalb war ein anderer, kleinerer Tempel welcher einen grossen Shiva Lingam enthielt.



Dieser Shiva Lingam wurde vor etwa 5000 Jahren von den Pandavas installiert. Guruji und alle andern erwiesen Shiva ihren Respekt.


Wir setzten unsere Reise fort und kamen eine Stunde später beim Chintpurni Tempel an. Die Gottheit dort heißt  “Chinna Mastika”. Sie ist dort in Form eines Pindi (Gesteinsformation) anwesend. 


Es heißt, dass Teile von Sati’s Füße dort auf den Boden gefallen seien. Der Tempel wurde von einem Devotee des Gottes Mayidas gegründet. Mayidas war der jüngste von drei Brüdern. Sein Vater war schon ein bekannter Devotee von Durga Devi. Da Mayidas keinerlei Interesse am Geschäft der Familie hatte und dieses vernachlässigte, schlossen ihn seine Brüder davon aus. Er war nicht unglücklich darüber, denn das erlaubte ihm, mehr Zeit mit der Verehrung der Gottheit zu verbringen. 
Eines Tages ging er zu Fuss zu seinen Schwiegereltern. Unterwegs ruhte er sich unter einem Banyanbaum aus. Während er schlief, träumte er von der Gottheit in der Gestalt eines jungen Mädchens in all ihrer Pracht und Herrlichkeit. Sie wies ihn an, an eben diesem Ort einen Tempel zu errichten. Als er wieder erwachte setzte er seinen Weg fort, musste aber andauernd an den Traum denken.  
Auf dem Rückweg hielt er wieder bei diesem Baum und betete intensiv zu Ma, dass Sie ihm Ihre Pläne enthülle. Plötzlich  war alles um ihn herum in Göttliches Licht getaucht und Sie erschien ihm, auf einem Tiger sitzend.  Sie sagte ihm, dass Sie seit Urzeiten unter diesem Baum in Form eines Pindi (Gesteinsformation) anwesend sei und wies ihn an, einen Tempel zu bauen und Sie dort zu verehren. Er sagte, dass er ein ängstlicher, schwacher und ungebildeter Mann sei und dass er bezweifle dass ihm das gelingen würde, insbesondere, da es nicht einmal Wasser an dieser Stelle habe. 
Sie segnete ihn und sagte, dass er sich keine Sorgen machen müsse und wies ihn an, jeden grossen Steine die er sah, wegzuräumen und dass er dort Wasser finden werde. Sie versicherte ihm, dass er und alle seine Nachkommen das ausschliessliche Recht hätten Sie dort anzubeten und dass immer für sie gesorgt werde. Nach dieser Erscheinung von Durga wurde Mayidass völlig furchtlos und war voll von verzückter Liebe zur Gottheit.
Er ging zum ersten grossen Stein den er sah, drehte ihn um und Wasser schoss aus dem Boden heraus. Er begann sofort den Tempel zu erbauen, der seither an diesem Ort steht. 



Der Stein ist immer noch an dieser Stelle zu sehen. 

Chinnamastika Devi wird gewöhlich dargestellt als auf einem Paar stehend, das Liebe macht. Sie hält ein Schwert in Ihren Händen und hat gerade Ihren eigenen Kopf abgeschnitten. 

Aus Ihrem Nacken schiessen zwei Blutströme aus und „nähren“ Ihre zwei Dienerinnen, die Yoginis Ajay und Vijay (die gemäss der Geschichte Sie um Nahrung baten, weil sie hungrig waren). Ein dritter Strahl von Milch schiesst auch aus Ihrem Nacken mit dem Sie sich selbst nährt. 

Dass Sie auf einem Paar steht, kann als die kreative Energie (Kundalini) interpretiert werden und die beiden Blutströme symbolisieren „Ida“ und „Pingala“, Nadis (Energiekanäle), die sie nährt, da sie hungrig sind (stehend für die andauernd „hungrige“ Dualität). 

Der weisse Milchstrahl steht für  “Shushmna Nadi” (Hauptenergie-Kanal), was heißt, die kreative Energie drinnen zu behalten und die Göttliche Mutter selbst zu nähren (welche die Nicht-Dualität, die Einheit, repräsentiert). 


Die Atmosphäre an diesem Ort war besonders ruhig, heiter und friedlich. Leider konnten wir nicht soviel Zeit hier verbringen, da wir noch einen weiten Weg gehen mussten an diesem Tag. 

Wir fuhren wieder runter von den Bergen (Hügeln) in die Ebenen und weiter in den Bundesstaat  Punjab. Es war interessant festzustellen, dass sobald wir in Punjab waren, alles sauberer und besser organisiert schien als vorher.  Wir verblieben nicht lange im Punjab und waren bald wieder im Staat von Himachal Pradesh und kamen schliesslich an unserer Bestimmungsstation Naino Devi an, die auf der Hügelkuppe liegt. Dort gingen wir in unser „Hotel“ das eigentlich ein Ashram war. Nachdem wir den Kalkbelag von der Duschbrause abgeschabt hatten, war es sogar möglich eine Dusche zu nehmen, was wirklich angenehm war bei diesem heissen Wetter. 



In Am Abend, kurz nach unserer Ankunft, gingen wir in den nahegelegenen Tempel hinauf. Naino Devi Tempel ist die Stelle  wo Sati’s Augen auf die Erde fielen. 



Auch dort ist sie in der Form eines Pindi vorhanden. Wir erhielten Ihren Darshan.  



Zweimal am Tag wird Sie mit Sandelpaste bestrichen und am Abend wird Sie, ähnlich wie im Jwalamukhi Tempel, zu Bett gebracht. Nach dem Darshan führte uns der Hauptpriester noch im Tempel umher. Er sagte, dass manchmal die Flamme des Jwalamukhi Tempels nach Naino Devi „komme“ und die Menschen würden dann eine blaue Flamme über dem Tempeldach sehen. Wenn man die Flamme berühre, erscheinen fünf kleine Flammen über den Fingern, ohne aber die Person zu brennen. Er selbst habe das erlebt.  





Guruji fragte ihn, ob es möglich sei, etwas von der Sandelpaste zu erhalten, die auf der Murthi war. 



Der Priester sagte, dass er NIE IRGENDJEMANDEM von dieser Paste gegeben habe. Doch aus einem für ihn unerklärlichen Grund fühle er sich veranlasst, Guruji etwas davon zu geben. In diesem Moment konnte man so viel Liebe und Hingabe in seinen Augen erkennen, dass es wirklich berührend war zu sehen, wie gross seine Zuneigung zu Ma war und wie beschützend er zu Ihr war, doch als er Guruji vor sich sah und ihn erlebte, fühlte er, dass die Mutter wollte, dass er ihm etwas von der Sandelpaste gab. 


Einige von uns sassen für einige Minuten unter dem Pipalbaum. Swami sagte, dass wer auch immer unter einem Pipalbaum meditiere, dann die Auswirkungen ihres Sadhanas hundertfach verstärkt würden. 



Kurz darauf nahmen wir am Aarti und der Zubettgehen-Zeremonie für Ma teil. 
Es ist immer schön zu sehen, wie Einheimische erstaunt sind, (weisse!)  Vaishnavas  zu sehen, die ihre Shakti Peeths besuchen. Viele von ihnen haben nie einen Vaishnava gesehen, der ihre Tempel besuchte, geschweige denn einen „weissen“  (Gora) Vaishnava! Es geschieht oft, dass wir gebeten werden Fotos mit Einheimischen oder andern Devi Devotees zu machen. Das zeigt, dass der Bhakti Weg alle Nationen und Tradititonen durchdringen kann, da Bhakti in Allen innewohnt.

Glücklich kehrten wir zum Ashram zurück und nahmen das Abendessen ein.



Anmerkung: 

Doch da ist noch etwas ganz Nettes das er schon an einem der ersten Tage gesagt hatte: Er sagte, dass er das Buch „Call oft he 9 Goddesses“ (welches die Pilgerreise beschreibt die wir jetzt machen) bereits als junger Knabe erhalten habe und seither davon träumte, diese Pilgerreise zu unternehmen. Er sagte, dass dies nun endlich Wirklichkeit geworden sei, nach 30 Jahren…. Er sagte auch, dass er wünsche, diese Reise mit einer andern Gruppe in Zukunft wiederholen zu können. 

Jay Mata di!