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8. Juni 2014

Nicht endendes Prasad


Dakshini schreibt: 


Auf unserer nordindischen Pilgerfahrt "Der Ruf der 9-Göttinnen" verteilte Swami Vishwananda Prasadam nach dem Verlassen des schönen Tempel der neun Göttin Jawalji (was bedeutet: Flamme). 


Natürlich waren wir alle sehr glücklich, Halwa direkt aus seinen Händen zu empfangen. 


Es schien so als  wäre es eine ganz gewöhnliche Situation, so wie er es immer mal wieder tut - und vor allem auf Wallfahrten. Jedesmal knetete er das Halva und machte kleine Kugeln als Portionen für die mehr als 40 Personen. Seltsam war, dass der Teller auf dem das Prasad war, nicht größer war als ein Puri.  


Das Prasadam ging nicht zu Ende, bis die letzte Person ihren Teil bekam  ... und all das wurde fast von niemandem bemerkt. 

7. Juni 2014

Nord Indien Pilgerreise mit Swami Vishwananda, 11. - 12. Tag

Paartha schreibt: 

Sonntag, 1. Mai 2014
Heute fuhren wir früher los, denn wir hatten einen weiten Weg vor uns. Nach einigen Stunden Fahrt erreichten wir den Bela Sundari Tempel. Bala Sundari ist das Kind von Vaishno Devi (die wir am ersten Tag in den Bergen besucht hatten). Die Geschichte lautet etwa so, dass ein örtlicher Ladenbesitzer, Lala Ram Das, Salz in der Stadt Saharanpur kaufte und dieses in sein Dorf brachte. Dort begann er, das Salz zu verkaufen. Obwohl er das Salz aus dem Sack nahm, die Menge im Sack nahm nicht ab sondern blieb immer gleich. Nach ein paar Tagen hatte er einen Traum in welchem  Vaishno Devi in der Gestalt eines Kindes zu ihm kam und ihm sagte, dass er sie im Sack voll Salz hierher gebracht habe und dass sie dort in der Form eines Pindi (Stein) vorhanden sei. Sie wies ihn an, dort einen Tempel für sie zu bauen. Er erwiderte, dass er nicht genug Geld habe um überhaupt daran denken zu können, einen Tempel zu bauen. Sie ermutigte ihn indem sie sagte, sie habe auch mit dem örtlichen König im Traum gesprochen und dass er das Projekt finanzieren würde. Sie sagte auch, dass seine Nachkommen (Familie) sich immer um sie als Priester kümmern würden. Kurz nachher traf er den König und zusammen errichteten sie den Tempel für Bala Sundari. 

Als wir ankamen wurde unsere ganze Gruppe eingeladen, im Büro des Managers Platz zu nehmen. Masala Chai (Tee) wurde uns angeboten, was alle sehr zu schätzen wussten. Nachher zeigte uns der Priester den Tempel. Guruji und einige von uns konnten gerade beim Pindi sitzen für die Anbetung. Als uns die Geschichte vom Tempel erzählt wurde, erinnerte uns Guruji an die “Notre Dame des trois epines” in Frankreich: “Die Heilige Mutter Maria erschien diesem Mann, einem Bauern, und sagte ihm, dass er dort beten (und eine Kapelle bauen) soll. Er hatte Angst davor zum Priester zu gehen und ihm dies zu sagen. So beim dritte Mal, als Mutter Maria ihm erschien und er nicht hören wollte, da wurde sein Mehlsack so schwer, dass er ihn nicht mehr hochheben konnte, desgleichen ging das Mehl nie aus. Auch ein anderer Heiliger, der “Curé d’Ars”, hatte eine Reliquie eines Heiligen und legte diese  während des Krieges in einen Mehlsack und verteilte dann das Mehl (das nie weniger wurde) an die Leute.”

Guruji und Pramod erzählten noch weitere Vorfälle von einem andern Heiligen: “Jalaram Baba ernährte Tausende. Wenn das Essen jeweils weg war, bedeckte er den Topf mit einem Tuch und dann war er wieder voll Essen. Einer seiner Schüler wollte auf eine Pilgerreise zu den heiligen drei Flüssen gehen, Ganga, Sarasvati und Yamuna. Doch er sagte ihm, er solle noch warten und in der Nacht hatte er einen Traum in welchem drei wunderschöne Frauen in sein Zimmer traten, jede trug einen Topf mit Wasser und sie gaben ihm die Töpfe. Als er aufwachte waren die Frauen nicht mehr da, jedoch die Töpfe. Ganga, Yamuna und Saraswati kamen also und gaben ihm von ihrem Wasser. Und diese Töpfe sind seither immer noch voll.” 
  Nach dem Darshan wurden wir zu einem Bhandara (Fest) im Tempel eingeladen. Uns wurde gesagt, dass in diesem Tempel täglich 4‘000 Personen bewirtet würden. Wir setzten uns und bekamen ein sehr schmackhaftes Essen serviert. Während dem Bhandara machten die Indischen Devotees viele Fotos von uns. Es muss wohl das erste Mal gewesen sein, dass Europäer diesen Tempel besuchten, wenigstens in einer so grossen Gruppe. 



Es ist lustig auf dieser Reise, denn anstatt dass wir „Touristen“ Fotos machen, werden wir laufend von Einheimischen fotografiert. Es geschieht sehr oft, dass sie mich oder jemanden anders fragen, ob wir für sie posieren können. Während des Bhandara gaben sie mir auch ihre kleinen Kinder auf den Arm und machten Fotos. 

Nach dem wunderbaren Essen setzten wir unsere Reise in Richtung Shakumbhari Devi-Tempel fort.



Ihre Geschichte ist die, dass es einmal einen sehr machtvollen Dämon gab, der „Durgam“ hiess, welcher alle Veden beherrschte und von Brahma den Segen erhielt, dass er in Schlachten nicht besiegt werden konnte, nicht einmal von Göttern. Er zerstörte alles um sich herum und sperrte auch Indra ein, was zu einer grossen Dürre auf der Erde führte, da es nicht mehr regnete. Die Rishis und die Götter riefen Ma an und als Sie erschien - sie hatte Hunderte von Augen auf Ihrem Körper – sagten sie Ihr, was geschehen war. Mit ihren Hunderten von Augen schaute Sie voller Mitgefühl auf sie und Sie war von der Geschichte so berührt, dass Sie für 9 Tage weinte. Ihre Tränen bewässerten die Erde, alles wurde grün und das Getreide wuchs wieder. Danach bekam Sie den Namen Shakumbari Devi. Nachdem das Gleichgewicht auf Erden wieder hergestellt war fragte Sie, ob Sie noch etwas für sie tun könne. Sie erzählten Ihr vom Dämon. Sie kämpfte dann mit dem Dämon und tötete ihn. Seither ist sie als „Durga“ bekannt.
All das ist beschrieben in der Durga Sapt Shati, im letzten Kapitel, mit dem Titel Murti Rehasya. Sie wird beschrieben dass Sie von blauer Hautfarbe ist, Augen wie Lutusblüten, Ihr Naben leicht unterhalb vom normalen Platz, mit drei Rundungen und Brüste einer Jungfrau. Sie trägt einen Lotus in Ihren Händen welcher von Bienen umschwärmt ist. In Ihrer andern Hand hält Sie Pfeile, wieder in einer andern einen Bogen und in einer noch andern Blumen, Wurzeln und Gemüse.  



 Unterwegs überquerten wir den Fluss Yamuna und fuhren teilweise auf Naturstrassen. Wir kamen am Bestimmungsort an, der ziemlich im Niemandsland lag. Von Aussen sah der Ort nicht gerade sehr sauber aus. 


 Wir hatten dann Darshan von Ma Shakumbhari. Man sieht Sie hier (in Orange) ganz klein neben Guruji’s Kopf). 



Es sind 5 Gottheiten hier (von links nach rechts): Veema Devi, eine Devi deren Name ich nicht kenne, Ganesha, Shakumbhari Devi, und eine andere Devi, die ich auch nicht kenne. 

Nach dem Darshan fuhren wir weiter nach Saharanpur, wo wir übernachteten. Auf dem Weg sagte Guruji, wie erfreut er sei, am nächsten Tag nach



Kuruksheta zu gehen. Besonders um den Ort zu besuchen, wo Krishna die Bhagavad Gita an Arjun gab. 

Montag, 2. Mai
Auf unserem Weg zum Bhadrakali Tempel in Kurukshetra hielten wir an einer Tankstelle an. Gerade nebenan war ein Ashram. Wir gingen dorthin und fragten nach der Guru-Linie. Man sagte uns, dass der Guru mit Namen „Atamram Nand Guru“, der in diesem Ashram lebt, 113 Jahre alt sei, geboren in Pakistan im Jahre 1901. Er arbeitete erst bei der Polizei und wurde 1930 Sannyasin. 1936 starb sein Guru und 1938 machte er Tapas für 90 Tage, während denen er täglich nur 250 ml Milch trank und einen Löffel Ghee zu sich nahm. Er ist ein Ayurvedalehrer und heilt alle Krankheiten mit Arzneien, die er selber herstellt. Da er die Gewohnheit hatte um die Mittagszeit zu ruhen und erst wieder um 4 Uhr zu kommen, hatten wir nicht die Gelegenheit, ihn zu treffen. Guruji erhielt jedoch einige Kleidungsstücke und ein Bild von ihm von einem seiner Mönche. Es war ein einfacher Ashram, aber sehr schön. 45 Leute leben dort. Der Mönch sagte, dass das Geheimnis für das hohe Lebensalter des Gurus darin liege, dass er um 3 Uhr morgens aufstehe und von 4 Uhr bis 7 Uhr Yoga mache. Wir bekamen etwas Prasad und fuhren dann weiter in Richtung Kurkushetra. 
Im Bus las ich über die Geschichte des Bhadrakali Tempels, den wir besuchen. An der Stelle fiel das linke Fussgelenk von Sati auf die Erde. Ich fasse die Geschichte kurz zusammen: Einmal wünschte sich ein gewisser Vrishala König Kinder und machte deshalb ein Menschenopfer für Bhadrakali. Das vorgesehene Opfer konnte jedoch entkommen und rannte in den Wald. Die Diener des Königs folgten ihm und fanden einen jungen Mann, Vishnudatta, Sohn eines heiligen Vaishnava Priesters. Sie nahmen ihn gefangen. Als sie ihm den Kopf mit einem magischen, gezähnten Schwert  abschlagen wollten, kam Bhadrakali aus Ihrer Murthi heraus mit einem flammenden Körper, Ihre Augen rot vor Wut und mit einem abscheulichen Lachen tötete Sie diejenigen die das Opfer vornehmen wollten mit dem gleichen Schwert, um so Vishnudatta zu retten. Vishnudatta, der alles mit ansah, blieb unbewegt. Ihm war es gleich, ob er Kali geopfert oder verschont würde, da er sich Gott vollends übergeben hatte. 
Guruji sagte dann: 
“Es ist eine große Gnade wirklich zu diesem Ort gehen zu können und auch noch einige Zeit dort zu verbringen. In der Geschichte, die Paartha soeben erzählt hat, dies ist die berühmte Geschichte welche die Grösse eines Devotees zeigt. Der, welcher sich den Lotusfüssen des Herrn übergeben hat, fürchtet nichts im Leben, nicht einmal den Tod. Denn der Herr beschützt und sorgt und für jeden. Die Geschichte zeigt auch, dass Menschen Opfer erbringen, doch sie opfern ihre animalischen Qualitäten nicht. Und das ist es, was Bhadrakali will, diese animalische Qualtität in euch. Wenn diese animalische Qualität Ihr geopfert werden, dann zerstört Sie diese und macht einen reinen Devotee, so dass man durch Ihre Gnade zu den Füssen des Herrn gelangt. Nicht zu vergessen, dass all die Devis, die wir bis jetzt besucht haben, sie sind nur eine, Devi Durga, welche die Schwester von Maha Vishnu selber ist. Parvati ist niemand anders als die Schwester von Maha Vishnu. Und Ihr Bestreben ist immer, den Devotee auf eine höhere Stufe der Spiritualität zu bringen, das heißt, dass er die Lotusfüsse von Lord Narayana erreichen kann. Davon spricht Kirshna in der Gita zu Arjun. Ihr wisst sehr gut, dass Arjun nicht kämpfen wollte im Krieg und Krishna sagte, Nun, du bist ein Krieger, du musst kämpfen, auch wenn deine Familie vor dir steht, die Pflicht eines Kriegers ist zu Kämpfen, denn der Gegner ist der Feind.“ Und da gab er die Gita, welche in 18 Kapitel unterteilt ist, wie man leben soll. Und Kurukshetra steht für das Leben selbst. Die Shrimad Bhagavatam ist eine der wichtigsten Lehren, denn sie enthält  die Veden, die Puranas und alles. Damit ist es die Fülle der Veden. In der Gita sind 700 Verse in denen Krishna Arjun die Essenz des Lebens erklärt, weshalb man inkarniert und was man tun muss, um die Erfüllung des Lebenszweckes zu erreichen. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, bei all den Pilgerreisen die wir machen, dass wir am Ende entweder nach Brindavan gehen oder nach Udupi, es ist immer “Krishna shamarana astu” (ich weiss nicht, ob ich dies richtig buchstabiert habe), es ist wie man die ganze Punya, alle guten Dinge, die man auf der Pilgerreise empfängt zu den Lotusfüssen von Lord Krishna der niemand anders ist als Narayana übergibt. Als wir die Reise geplant haben, haben wir dies nicht einmal realisiert, doch es nimmt seine eigene Richtung in der Art, dass wir diese Pilgerreise auch bei „Krishna Arpan“ beenden, wir bieten sie Krishna an, denn alles ist von Ihm und alles geht zurück zu Ihm.“ 

Nachdem wir Darshan von Bhadrakali empfangen hatten bemerkten wir Hunderte von kleineren und grösseren Pferdestatuen, besonders in der Nähe des Lotusteichs. Der Grund dafür liegt darin, dass Krishna und die Pandavas versprachen, ihre Pferde diesem Tempel zu schenken (an Bhadrakali) falls sie den Krieg gewinnen würden. Sie gewannen den Krieg  und schenkten dann die Pferde. Der Teich ist etwa 8 Meter tief. Es heißt, dass das Fussgelenk von Sati darin liege. Guruji erwähnte auch, dass Krishna und Balaram ihren Mundan (Rasurzeremonie) hier hatten.


Bhadra Kali
Lotusteich
(Heute erwähnte Ratnadevi dass, als sie in Vrindavan lebte, sie immer Mühe hatte zu erklären, weshalb wir in Bhakti Marga neben Krishna auch Ma verehren. Dieser Tempel ist ein schönes Beispiel/Symbol für die Koexistenz/Toleranz welche Guruji lehrt, da sogar Krishna dorthin ging um zusammen mit den Pandavas zu Kali Mata zu beten)


Etwa eine Stunde später kamen wir in Kurukshetra an. Dort wurden  wir von einer riesigen Statue von Krishna und Arjun im Streitwagen empfangen. 
Unser erster Halt war Jyotisar, der Ort, wo Krishna Arjun die Gita offenbarte. Dort war ein grosser Teich, bei dem wir uns für einige Zeit niedersetzten und mit Guruji meditierten und den Frieden dieses Ortes genossen. Die eigentliche Stelle wo die Gita offenbart wurde, war unter diesem Banyanbaum: 

Wir besuchten auch Brahmasarovar. Während Brahma mit dem Schöpfungsakt beschäftigt war, fühlte er sich erschöpft. Um mehr Shakti-Kraft zu erlangen, machte er an dieser Stelle ein Yagna zu Shiva. Deshalb wird Kurukshetra als Heilige Stätte betrachtet und alle, die dort in einem Krieg getötet werden, würden direkt in den Himmel gelangen.




Dort ist auch eine riesige Statue von Krishna und Arjun in ihrem Kampfwagen. 
 Wir setzten uns dort im Gras nieder und Guruji gab einen weiteren Satsang:

“Wenn ihr euch nicht realisiert, dann ist das Leben nutzlos. Was immer ihr macht im Leben, wenn ihr nicht einen Schritt vorwärts erzielt, könnt ihr nicht weiterkommen. 


Seht, die einfachen Dinge in der Gita die Krishna sagte, ist euer Selbst zu verwirklichen, dies ist der Zweck, das Ziel weshalb ihr inkarniert seid und wenn ihr euch nicht realisiert in diesem Leben, wird das Leben sehr nutzlos. Und auch geboren zu werden und Spiritualität kennen zu lernen, das gute Karma, das ihr in früheren Leben gemacht habt, die Verdienste die ihr euch erworben habt, bekommt ihr jetzt in diesem Leben. Aber es geht nicht nur darum, ihr könnt es nicht als selbstverständlich hinnehmen. Denn bis ihr nicht Gott erreicht, bis ihr nicht den Herrn erreicht habt, ist es immer noch ein Lernen, ein weitergehender Prozess. Deshalb heißt es, dass man seine Handlungen beobachten soll, dass man seine Gedanken beobachten soll und mit welchen Gedanken wir unsere Handlungen ausführen, ob sie auf Gott ausgerichtet sind oder nicht. Wenn, was auch immer wir machen einfach für unser Vergnügen oder einfach faul und träge ist, ist es sinnlos. Ihr müsst euch bewusst sein, dass was immer ihr tut, ihr für Gott tut. Und dass der Herr nur zufrieden ist und sich euch zu erkennen gibt, wenn euer Verstand, euer Körper, euer Intellekt, wenn alles auf Ihn ausgerichtet ist. Wie Krishna zu Arjun sagt, sogar im Krieg, wenn du deine Pflicht tust, ist es doch immer noch eine Handlung; wenn jedoch ein Kshatray im Krieg stirbt entsteht kein Karma, denn sie gehen direkt in den Himmel, direkt nach Vaikuntha. In diesem Kontext zeigt Krishna auf eine einfache Weise, nicht kompliziert, dass es sehr einfach ist, sich zu verwirklichen. Das einzige was ihr tun müsst ist Bhakti in euch drin zu erwecken, gebt euch einfach Gott hin und lasst alles andere. Denn alles geht ganz normal von selbst, ihr müsst die Dinge nicht erzwingen. Nur wenn ihr loslässt, nimmt alles seinen Platz ein, so wie Gottes will, wie ihr es wollt.  Er hat euch irgendwo hin gestellt, Er hat Intelligenz, Wissen in euch gelegt, Er hat euch zu bestimmten Dingen hin geführt weil eurer Dharma dort ist, denn sonst würde es nie so sein. Wie viele Menschen habe ich getroffen, Ärzte, die gesagt haben „Oh, ich bin Arzt gewesen all die Jahre lang, jetzt will ich aufhören, Arzt zu sein“, doch was sie dorthin geführt hat war ihr Dharma. So ist es Zeit sich zu bewegen und zu ändern und was ist als Dharma anzunehmen, im Moment, anzunehmen, was auch immer Gott euch gegeben hat und wohin ihr geführt worden seid. In dem Moment wo ihr lernt diese Realität anzunehmen, die jetzige Realität, kann Gott euch mehr geben für den nächsten Schritt. Doch seid auch davon losgelöst, denn wenn ihr angespannt seid, klammert ihr euch an Dinge. Aber wenn ihr entspannt, nicht verhaftet seid, dann seid ihr frei, es loszulassen. Deshalb, seht, gute Momente in ihrem Leben geschehen, vergessen die Menschen diese schnell. Doch wenn etwas Unangenehmes im Leben geschieht, dann klammern sie sich so sehr daran, sie sind verhaftet, weshalb das? Weil sie es mit sich rumtragen, sie klammern sich an die Angst, sie klammern sich an die Traurigkeit, sie klammern sich an….. Sie nehmen es nicht gelassen.  Wenn euer Körper nicht entspannt ist, wenn euer Verstand nicht entspannt ist, wenn euer Geist nicht entspannt ist wegen bestimmten Dingen, dann klammert ihr euch daran und ihr werdet deren Sklaven. Wenn ihr aber entspannt seid, könnt ihr es fliessen lassen. Das gleiche gilt für die Spiritualität, das gleiche für das Leben selbst. Wenn ihr entspannt seid, wird alles geleitet. Dann wisst ihr tief in euch drin: Gott führt mich. Das ist es, die Gita. Nun, gehen wir…?“  

An diesem Abend sassen Muktaananda, Pramod, Sunny (der zusammen mit Ramana von Varanasi kam) und ich in Guruji’s Zimmer und er sprach noch etwas mehr über Kurukshetra. Ich schrieb es auf, doch ich verpasste die ersten paar Sätze, deshalb erst der Anfang aus dem Gedächtnis und dann die Transkription von dem was er gesagt hat.



Er begann über den Punkt zu sprechen, wo Krishna die Pandavas und die Kauravas fragte, ob sie Ihn (Krishna) oder Seine Armee wollten. Die Kauravas wählten die Armee, die Pandavas, die wussten, dass Krishna ein Avatar von Narayana war, wählten Krishna:
“…. Es gibt 72‘000 Nadis. Die Armee repräsentiert das im Körper. Am Ende kommt man Angesicht zu Angesicht mit Gott, Narayan. Solange der Geist voll ist mit all dem Stolz, dem Ego, Exzentrik und all diesen Dingen, wird der Geist (Verstand) immer kämpfen. Doch innen drin, im Kururkshetra, dem Körper, ist auch der gute Teil davon, wenn sie nicht vermischt sind, versetzt sind mit diesen negativen Dingen, bleiben sie getrennt. Wenn sie jedoch durch die negativen Qualitäten verändert werden, werden sie verschmutzt. Der Verstand verschmutzt den Körper, der Körper verschmutzt die Person und alles wird weggefegt, nur Narayana bleibt übrig. So sehr man sich auch bemüht Ihn zu bekämpfen, Er ist derjenige, der siegen wird.
Dieser Mann eben (im T.V.) sagte nicht alles, als er gerade gesprochen hatte. Der Kopf des Enkels von Bhima wurde aufgesteckt (über dem Schlachtfeld) ja, doch als sie ihn fragten, was hast du gesehen (als der Krieg im Gange war), wer hat gekämpft? Wisst ihr was er gesagt hat? „ Es war nur das Sudarshan Chakra“. Keine Pandavas, keine Kurus, niemand. Es war nur das Sudarshana Chakra. Das sagte er auch noch (zu Krishna) „Du bist derjenige der macht und du bis derjenige der auflöst“….


 Dienstag, 2. Mai 

Heute ist Dienstag und morgen Mittwoch, sehr früh werden wir mit dem Bus nach Delhi fahren für unsere Flüge zurück nach Europa. Gestern Abend sprachen Muktaananda und ich über diese Pilgerreise. Er bemerkte, dass all diese Pilgerplätze mit dem Versprechen einer bestimmten Segnung von einem Aspekt Gottes oder der Göttin versehen sind, auch wenn wir dessen nicht gewahr sind, bzw. die Geschichte nicht kennen.


Ich habe keine Ahnung davon, wie viele Segnungen wir auf dieser Pilgerreise erfahren haben. Doch wir alle haben eine Segnung: Das ist unser Guru, denn es ist nur wegen Ihm (seinem Einfluss), dass wir solche Pilgerreisen überhaupt machen und solche Heiligen Stätten besuchen können um all diese unzähligen Segnungen zu empfangen. Wo wären wir ohne Ihn? Ich kann mich nicht als erleuchtet bezeichnen, doch ich kann sagen, dass ich ohne Ihn bei weitem nicht so nahe (in der Wahrnehmung) dieses Lichtes wäre.
Danke euch allen, dass ihr uns beim Lesen dieser Zeilen auf unserer Pilgerreise begleitet habt, für eure Liebe und Zuneigung. Ihr wart alle in Guruji’s Herzen, wenn Er an den heiligen Stätten gebetet hat und ihr habt alle Teil an den vielen Segnungen.
Jay Guru Dev!

Jay Sri Krishna!

Jay Mata Di

Damit endet der Bericht von Paartha über die Pilgerreise zu den 9 Göttinnen. Mit seinen ausführlichen, lebendigen Schilderungen der Reise, den Informationen zu den Pilgerstätten, den mitgeschriebenen Ausführungen der Satsangs von Swami durften wir alle mitreisen und  beim Lesen seiner Berichte an jedem Ort auch den Segen mitempfangen, so wie er am Schluss geschrieben hat, dass wir in Gurujis Herzen dabei waren. Ganz herzlichen Dank für deine Mühe, für uns zu schreiben, unterwegs im heissen Bus über holprige Strassen, bei einer Rast, zu Füssen von Guruji bei den Satsangs, am Abend vor der Nachtruhe. Wie mir jemand sagte: „Das ist für mich das grösste Geschenk, diese Berichte lesen zu dürfen und so mit Guruji bei diesen Pilgerstätten dabei sein zu können.
Und vielen Dank an Werner, den Vater von Paartha, der die jeweiligen Berichte so schnell ins Deutsche übersetzt hat so dass wir immer englisch und deutsch gleichzeitig online setzten konnten! 

6. Juni 2014

Nord Indien Pilgerreise mit Swami Vishwananda, 10.Tag

Samstag, 31. Mai
Paartha schreibt:

Am nächsten Tag fuhren wir erst gegen Mittag ab weil Swami am Vormittag einem Filmemacher, der einen Dokumentarfilm über Bhakti macht, ein Interview gab. Während der Busfahrt erzählte uns Swami die Geschichte der Pandavas im Exil:



“Während einem Jahr im Exil mussten die Pandavas inkognito leben. Sie waren also im Exil. Weshalb waren sie im Exil? Sie hatten das Würfelspiel verloren. Während jener Zeit verloren sie auch ihren ganzen Besitz, alles. Natürlich war Draupadi sehr wütend, auch mit ihren Ehemännern, weil diese sie nicht beschützen konnten. Dies war der Moment, als die Kauravas versuchten, ihr die Kleider vom Leib wegzunehmen und in diesem Augenblick rief sie zu Krishna und der bedeckte sie mit einem endlosen Kleid. 



So geschah es, dass sie in ihren Palast zurück geschickt wurden unter einer Bedingung, dass sie 12 Jahre im Exil verbringen mussten, und ein Jahr davon ganz inkognito, niemand sollte von ihnen wissen. Also kamen sie hier zu diesem Platz (Palast von König Virat) wo wir nun hingehen. Bhim wurde Koch, ein anderer kümmerte sich um die Pferde, er war sehr gut darin, Yudhishtira wurde Ratgeber des Königs, Arjun wurde Tänzer, er war wie eine Frau gekleidet und für ein Jahr und wurde Brihannala genannt. Er war ein sehr guter Tänzer. Während diesem Jahr war König Virat der einzige der wusste, dass sie die Pandavas waren und er gab ihnen bereitwillig einen Platz, aber er sagte niemandem etwas. Während diesem Jahr blühte das Königreich auf, wurde gross, dieses Königreich das vorher niemanden interessierte, um das sich niemand kümmerte, es stand immer an letzter Stelle, doch während jenem Jahr blühte es so wunderbar auf, aber niemand wusste weshalb. Bei den Kauravas war Shakuni sehr weise. Shakuni ist der Onkel der Kauravas, er war ein ausgezeichneter Mann, sein Verstand brilliant. Krishna sagte auch, eine Person vor der ich mich fürchte ist Shakuni, denn er erkennt meine Pläne immer zum Voraus. Doch eine Person vor der Shakuni immer angst hatte, war Krishna. Besonders dann, wenn Krishna jeweils zu ihm sagte: “mamajiii” (Onkel), begann sich Shakuni zu fürchten und sagte  “Yadhavji, nenne mich nicht Mama”. Weshalb? Weil Krishna seinen eigenen Onkel Kansa tötete. Und natürlich möchte niemand an Kansas Stelle sein. So jedes Mal, wenn Krishna absichtlich Shakuni Mama rief, wurde Mama überängstlich. An diesem Platz also waren die Pandavas. Shakuni also sagte, ja, ich weiss dass sie hier sind, doch ich weiss nicht wie sie hier sind. So gingen sie also dorthin und versuchten herauszufinden, wer wer war. Sie gingen also zu König Virat „Wir wissen sicher dass die Pandavas sich hier verstecken, sag uns wo.“ Und der König sagte „Nein, wenn die Pandavas hier wären würde ich mich gross fühlen, doch sie sind nicht hier.“ Danach sagten die Kauravas, dass sie seine Armee bekämpfen würden wenn er sie nicht nachschauen liesse, doch Virat sagte “Nein, das ist mein Königreich, sogar wenn sie hier wären, wären sie unter meinem Schutz. Ich erlaube euch nicht zu suchen oder irgendjemandem Fragen zu stellen.“ Er war ein gerechter König und die Pandavas respektierten das. 


Die Regelung war so, dass bis Sonnenuntergang am letzten Tag (des Exils) niemand sie erkennen sollte. Als nun diese Zeit da war, griffen die Kauravas das Königreich von Virat Raj an. Die Kauravas teilten die Armee auf und umzingelten den Ort. Arjun, als Frau gekleidet ging nur mit dem Prinzen, der war damals 14 Jahre alt, Arunja nahm ihn, denn alle andern Männer waren auf der andern Seite. Als sie mit dem Angriff starteten, kamen sie von beiden Seiten.


Arjun nahm den Prinzen nur um dorthin zu gehen. Es war die Zeit für den Angriff. Der Prinz schoss einen Pfeil, doch als er die feindliche Armee sah, bekam er Angst. Arjun sagte zu ihm „kämpfe!“ Doch dann schaute der zu Arjun und sagte „Du bist ein Eunuch, was verstehst du denn vom Kämpfen? Du kennst dich nicht aus in der Kampfeskunst.“ Doch Arjuna sagte: „Ich sage dir, kämpfe, kämpfe!“ und er gab sich ihm als Arjuna zu erkennen. Doch der Prinz konnte nicht kämpfen, deshalb übernahm Arjuna und versetzte die Kaurva Armee in Schlaf mit einer besonderen Waffe (astra sammohana) die er erhalten hatte (Bhishma hatte eine Gegenwaffe, gebrauchte sie aber nicht weil er wollte dass der Krieg aufhöre). 


Sie gingen in den nahegelegenen Wald wo vorher, als sie noch inkognito waren, alle Pandavas ihre Waffen versteckt hatten. Devi (Maya) versteckte mit ihrer Maya die Waffen. Es war nun also Zeit. Als Arjun dorthin ging, gab Devi Arjun die Waffen zurück. Arjun wartete bis Sonnenuntergang. Als der letzte Sonnenstrahl verschwand kam Arjun, diesmal in normalen Kleidern und er begann mit den Kauravas zu kämpfen um König Virajs Palast zu beschützen. Nach der Schlacht installierten sie den Shiv ling. Dies war um „Danke“ zu sagen an Devi, die ihnen ihre Waffen versteckte und sie waren dankbar dafür, ein Jahr inkognito zu sein. Krishna bat sie, den Shiva Ling dorthin zu legen. 

In diesem Garten (wo wir im Moment sind) traf Draupadi jeweils Krishna und die Pandavas wann immer sie um ein Treffen baten. Wisst ihr wie sie um ein Treffen baten? Es gibt einen bestimmten Laddhu, genauer Peysanka Laddhu. Wann immer Bhim Peysanka Laddhu machte und es als Prasad an alle schickte, dann wussten sie, dass sie sich dort treffen sollten. Der König mochte Peysana Laddhu nicht, doch an dem Tag, wo sie sich treffen sollten war Peysanka Kaddhu auf seinem Tablett.“ 


Als wir am Ort des Shiva Lingams ankamen war es 46 Grad heiss und die Airconditioning im Bus funktionierte nicht richtig. Wir gingen schnell in den Tempel hinein, denn dort war es wenigstens ein bisschen kühler. Wie auf dem Foto zu sehen, ist der Lingam unten etwas dünner. Der Priester erklärte uns, das sei deshalb, weil die Pandavas ihn dorthin setzen und Bhim, der zu stark war, ihn etwas zerdrückt habe, als er ihn in der Hand hielt. 

  
Unter dem Tempel waren zwei Bassins, eines war im Gebäude drin und wurde von Draupadi zum Baden benützt und das andere draussen von ihren Ehemännern. 


Doch als wir dort waren, hatten die Dorfjungen davon Besitz genommen. Der Priester sagte, dass das Wasser dieses Beckens, das nur 5-6 Fuss tief ist, nie aufhört zu fliessen seit das Becken gebaut worden war. Das Dorf hatte deshalb nie ein Wasserproblem, wo hingegen in der umliegenden Gegend immer Wasserknappheit herrsche. 

Der nächste Tempel zu dem wir gingen war der Kalika Tempel. Es heißt, dass ein paar Haare von Sati an dieser Stelle niederfielen. (Der „offizielle“ Ort jedoch wo Satis Haar hinfiel ist Dakshineshwar Tempel in Calcutta wo Sri Ramakrishna jeweils anbetete.)



 Die Geschichte dieses Kalika Tempels geht zurück zu einem König mit Namen Jai Singh, der eine Statue dort plaziert hatte. Einmal, während Navaratri als die Tempeldamen gechantet haben, betrat eine junge Dame den Palast und begann mit den andern Frauen zu singen. Sie war ausserordentlich schön und ihr Stimme äusserst wohlklingend. Nachdem das Singen vorüber war sagte die Frau zum König „Ich bin glücklich, frage mich um eine Gunst.“ Der König sagte, dass er sie heiraten möchte. Daraufhin wurde die Göttin wütend und verfluchte den König indem sie sagte: „Du bist agnostisch und stolz geworden wegen deines Königreichs. Beide, du und das Königreich werden zerstört!“ Das gesagt, verschwand die Göttin. Das Bild von Kalika begann in die Erde zu versinken. Ein Heiliger, welcher hinter dem Palast wohnte, flehte die Göttin an zu bleiben zum Nutzen der Menschheit. Sie versank in der Folge nicht weiter im Boden, nur Ihr Kopf ragte noch aus dem Boden heraus. So ist sie heute noch da und wird dort verehrt. Der König wurde später in einer Schlacht getötet und die Stadt verödete für längere Zeit, bis sie dann später wieder aufgebaut wurde. 

Man kann sich fragen, weshalb sie diesen König derart hart behandelte, doch wann auch immer Gottheiten oder Heilige einen Fluch über jemanden aussprechen, ist es immer auch eine verhüllte Segnung. Als Menschen ist unsere Wahrnehmung beschränkt und wir sehen nur, was uns auf dieser physischen Ebene geschieht, was nichts ist im Vergleich mit der Entwicklung und dem Lernen der spirituellen Seele, die wir eigentlich sind, durch verschiedene Inkarnationen über Jahrhunderte, Jahrtausende und darüber hinaus. 


Ein etwas verschwommenes Foto des Kali Pindi (man kann Sie erkennen auf dem Boden mit einer Krone und goldenen Augen) da es oft nicht erlaubt ist, Fotos von Original-Gottheiten zu machen.

Wir kauften etwas Prasad und Saris die wir Kali opferten und gingen die Stufen hinunter für Ihren Darshan. Als wir das Heiligtum betraten sahen wir Ihre herrliche Form eines Pindi. Es war eine mit Liebe erfüllte Stimmung und wir konnten einige Minuten vor Ihr verweilen, sie verehren und zu Ihr beten. Es schien, als sei Sie sehr glücklich Guruji und uns Sie besuchen zu sehen. Nach dem Darshan blieb Guruji noch eine Weile betend dort. Nach der Circumbulation gab mir eine Priesterin (?) das Prasad für unsere Gruppe und segnete einige von uns.  

Guruji praying in Kali Temple
Den Rest des Tages hatten wir frei um zu shoppen und einen Hollywoodfilm (X-Men) in Hindisynchronisation anzuschauen. Ich weiss nicht was die Inder im Kino mehr amüsierte, den Film zu schauen oder die Tatsache, dass 40 Europäer (Goras) sich einen Film ansahen in dem sie kein einziges Wort verstanden…..

4. Juni 2014

Nord Indien Pilgerreise mit Swami Vishwananda, 9. Tag

Paartha schreibt: 

 Tag 9, Freitag, 30. Mai 2014
Am Freitagmorgen verliessen wir Naino Devi um unsere Pilgerreise in Richtung Mansa Tempel und Chandigath fortzusetzen. Gerade als es anfing sehr heiss zu werden, als die Sonne hervorkam, erfüllte Donnergrollen die Luft und innerhalb von ein paar wenigen Minuten goss es wie aus Kübeln und die Temperatur wurde wieder erträglich.


Unterwegs hielten wir in Anandpur Sahib (Heilige Stadt der Glückseligkeit), der „Geburtsstätte“ des Sikhismus, so wie er der heutigen Welt bekannt ist. 




Der Guru Dwara (“Tür zu Gott/Guru”, ein Sikh Tempel) sieht sehr beeindruckend und schön aus. Am Eingang mussten diejenigen, welchen keinen Turban trugen (alle in unserer Gruppe…..) ein kleines Tuch auf den Kopf legen um diesen zu bedecken. Dies ist die einzige Bedingung, um einen Guru Dwara betreten zu können. 

Wir stiegen die Stufen hoch, betraten den Tempel und machten Parikrama (circumambulation) beim Guru Grant Sahib (dem heiligen Buch der Sikhs), die heiligste Stelle im Tempel. Beim Guru Grant Sahib sass ein Mann der daraus las, während drei andere Männer Kirtan sangen. Im Tempel drin waren Guru Gobindh‘s Waffen mit denen er gegen die Mogule gekämpft hatte, wie auch das Schwert, das ihm von Jwala Mata geschenkt worden war. Dann setzten wir uns für etwa 10 Minuten nieder. Die Stimmung hier war sehr friedlich und Ehrfurcht gebietend. Gurpreet erzählte uns später mehr über die Geschichte der Sikh Religion und diesen Tempel.



Er sagte, dass der Begründer des Sikhismus Guru Nanak Dev sei. Während des 17. Jahrhunderts waren die Mogule vom Nordwesten her in Indien eingedrungen. In der Folge versuchten sie auch den Sikhs ihre Religion aufzuzwingen. Guru Teg Bahadur und drei seiner nächsten Anhänger widersetzen sich der Bekehrung, worauf sie gefoltert und getötet wurden. 
Nach viel Leid das die Sikh Menschen erdulden mussten ging der nächste Guru, Guru Gobind Singh, auf eine Pilgerreise nach Jwala Devi (Göttliche Mutter in der Form einer Flamme, siehe früherer Bericht). Dort bekam er Darshan von Jwala Mata und sie wies ihn an, dass die Zeit gekommen sei zu den Waffen zu  greifen um Sanatana Dharma (Hinduismus) gegen die Invasoren zu verteidigen. Sie übergab ihm ein Schwert und wies ihn an, eine neue Kriegerklasse innerhalb des Sikhismus zu gründen.
Kurz darauf wurden  Guru Gobind Singh’s Kinder gefangen genommen. Sie wurden vor den Mogul geführt. Erhobenen Hauptes traten sie vor und sagten, dass sie nie ihren Glauben aufgeben würden. In der Folge wurden sie alle lebendig begraben. Während sie begraben wurden sagte man ihnen, dass das einzige was sie tun müssten sei, den Islam als die einzig wahre Religion anzuerkennen. Doch sie blieben standfest, auch das jüngste Kind, ein Knabe von vier Jahren, und sie wurden alle getötet.


Als er von Jwala Devi zurückkam, versammelte er alle seine Krieger und er bat um einen Freiwilligen, der seinen Kopf für die Sache opfere. Schliesslich trat ein Mann vor. Er führte ihn in sein Zelt und als er wieder heraustrat hielt er dessen Kopf in der Hand und zeigte ihn allen. Er sagte, dass er noch einen weiteren Freiwilligen brauche. Wieder trat ein Mann vor und dieses Mal trat er mit zwei Köpfen in der Hand aus dem Zelt. Das ging so weiter, bis er fünf Köpfe hatte. Als er wieder in sein Zelt ging und dann nach einigen Minuten wieder heraustrat, waren die fünf Männer mit ihm, welche ihre Köpfe wieder trugen, als sei nichts geschehen. Diese fünf Männer wurden die Anführer von fünf Gruppen von Kriegern. Sie werden als “Panj Piaras”, betrachten, die fünf geliebten Schüler des Guru. Zusammen gelang es ihnen die Bekehrung vom Hinduismus zum Islam zu stoppen und die Hindu- und Sikh Traditionen zu beschützen. 


Die Sikhs werden in ihrer eigenen Sprache (Punjabi), Khalsa genannt. Guru Gobind Singh wies sie an, fünf Dinge zu tragen die mit dem Buchstaben „K“ beginnen um sie so als Sikhs zu erkennen: Kes (langes Haar) Kanga (kleiner Kamm um die Haare zusammenzuhalten), Kada (Armreif, welcher Mut symbolisiert) Kirpan (Schwert, um die Schwachen zu beschützen), Kacha (langes Unterkleid, Keuschheit symbolisierend). 
Guruji sagte, dass alle zehn Gurus des Sikhismus (Guru Gobind Singh war der letzte) Inkarnationen des ersten, Guru Nanak gewesen seien. Guru Gobind Singh wies dann die Sikhs an, dass das einzige, was die Sikhs nach ihm anbeten sollten, Guru Granth sei, ihr Heiliges Buch. Deshalb trifft man in Sikh Tempel keine Götterbilder an, nicht einmal ein Bild des Guru. 



Ausserhalb des Tempels ist der Akal Takht (ein langer Speer) welcher das Symbol der Sikhs ist zu sehen. 
Auf dem Weg nach aussen war es interessant festzustellen, dass nicht nur die normalen Shop-Buden mit Devotionalien vorhanden waren, sondern auch viele Buden mit Messern und Schwertern, da es ja die Pflicht eines jeden Sikhs ist, die Nation zu verteidigen und die Schwachen zu beschützen. 


Wir setzten unsere Busfahrt fort und erreichten schliesslich den Mansa Devi Tempel. Mansa Devi ist besonders bekannt dafür, dass sie Wünsche erfüllt (Manas = Wunsch) und dass sie die Vorfahren befreit. Der Tempel steht an der Stelle, wo Sati’s Kopf hingefallen ist. 

Die ganze Geschichte des Tempels und von Mansa Devi ist recht lang und mit einem Heiligen mit Namen Zart Karu verbunden. In jenen Tagen führte Janmejaya ein großes Schlangen- „Sarpa satra“, eine Opferhandlung, durch, die alle lebenden Schlangen zerstören würde. Janmejaya hegte einen tiefen Groll gegen Schlangen, da sein Vater Parikshit von einer Schlange gebissen worden war und daran starb (nach dem Fluch eines Weisen). Dies führte zu einem dramatischen Rückgang der Schlangenpopulation in der ganzen Welt und die Schlangen standen vor dem Aussterben. Auf die Nachfrage der Götter sprach Brahma zu ihnen, dass nur wenn ein Heiliger mit Namen Zart Karu, welcher der einzige verbliebene Nachkomme der Schlangenrasse sei einen Sohn zeugen würde, ihre Rasse verschont würde, denn nur Zart Karus Sohn wäre fähig das Schlangenopfer auf der Erde zu stoppen. Der Schlangenkönig Vasuki versprach, dass er seine Schwester Zart Kuru zur Frau geben würde, so dass sie einen Sohn von ihm gebären könne. 


Zart Karu wanderte zu jener Zeit auf der Erde voll in spirituellen Streben. Er machte strenges Tapasya (Busse) um spirituelle Kraft und Einsicht zu erlangen. Eines Tages kam er an einem Baum vorbei an dem er mit seinem spirituellen Auge einige Vorfahren an einem Ast hängen sah, kopfüber über einem Teich und sie drohten jeden Augenblick hineinzufallen. Er fühlte sofort Mitleid mit ihnen und sagte, dass er die Früchte seiner ganzen spirituellen Leistungen/Kräfte hingeben würde um sie zu retten. Er fragte nach, wer sie seien und sie sagten, dass sie die Vorfahren der Schlangenrasse seien und da niemand auf der Erde da sei um für ihr Wohl zu sorgen, seien sie verloren. Sie sagten, dass keine spirituelle Kraft ihnen helfen könne, nur wenn ihre Vansh-Parampara (Abstammungslinie) aufrecht erhalten werde, könnten sie von ihrem Schicksal, in die Hölle zu fallen verschont werden. Sie sagten, dass es nur einen in der ganzen Familienlinie gäbe und der sei nutzlos, da er ein bekannter Sadhu mit Namen Zart Karu geworden sei, der gierig nach spiritueller Praxis sei. Sie sagten ihm, dass wenn er Zart Karu treffen sollte, er ihm von ihrem Schicksal sagen und ihn bitten solle, ihnen zu helfen. Als er das gehört hatte wurde Zart Karu traurig und mit würgender Stimme sagte er zu ihnen: „Ihr seid meine Väter und Vorväter. Ich bin euer gezeugter Sohn Zart Karu.“ Er war einverstanden zu heiraten und einen Sohn zu haben unter der Bedingung dass er nicht die Last auf sich nehmen müsse, für ihren Unterhalt zu sorgen. 
 Der Schlangenkönig Vasuki gab Zart Karu seine Schwester zur Frau und war einverstanden, dass er für sie sorgen werde auch nach der Heirat. Die beiden heirateten und Vasuki’s Schwester brachte ein göttliches Kind zur Welt mit Namen Astik. Der Knabe wurde am Hof des Schlangenkönigs Vasuki mit grosser Fürsorge aufgezogen. Er konnte schliesslich Janmejaya überzeugen, das Schlangenopfer einzustellen und  Frieden wurde so wieder hergestellt. In dieser Weise hatte also Vasuki’s Schwester die Wünsche der Schlangen erfüllt und wurde damit berühmt als Mansa Devi, Erfüllerin von Wünschen.
Nach dem Besuch des Tempels von Mansa Devi und Ihrem Darshan gingen wir noch etwas weiter hinauf und besuchten einen andern Tempel der dort gebaut worden war. Guruji war von dessen Schönheit sehr beeindruckt.  Um den Tempel herum hatte es große Bäume. Einer davon war ein Bilvabaum, bekannt für seine dreiblättrigen Blätter, welche Lord Shiva sehr lieb waren. Wir setzten uns dort für eine Weile nieder um etwas auszuruhen.  


Darshan von Mansa Devi über Guruji’s Schultern…


Zurück im Bus setzten wir unsere Reise Richtung Chandigath fort. Im Aussenbezirk von Chandigath gibt es eine Stelle, welche “Chandi Mandir” heißt, dort hielten wir mit dem Bus an. 


Es begann bereits einzudunkeln. Wir stiegen aus dem Bus aus und mussten als erstes die Bahngeleise überqueren. Gerade dahinter war der Tempel von Chandi (Kali). 


Es war an diesem Ort wo Chandi, als Sie den Dämon Mahishasur bekämpfte, so in Rage geriet, dass Sie von niemandem mehr gestoppt werden konnte. Shiva Shankar legte sich Ihr in den Weg, um Sie aufzuhalten. Als Sie ihn dort liegen sah, war Sie so erstaunt, dass Sie in Ihrer Überraschung Ihre Zunge herausstreckte und anfing, sich zu beruhigen. In einigen Erzählungen heißt es, dass Shiva dort als Baby lag und als Sie das Baby gesehen habe, Ihre mütterlichen Gefühle erwacht seien, Sie sich beruhigt und das Baby in Ihre Arme genommen und ihm die Brust gegeben habe.



Seither ist Ma Chandi dort in Form eines Pindi. Als die Pandavas im Exil waren, mussten sie während eines ganzen Jahres völlig inkognito leben aus einer Abmachung aus einem Würfelspiel heraus. Während dieser Zeit entdeckten sie das versteckte Bild von Chandi Devi in den Wäldern und begannen es zu verehren und Tapasya auszuüben. Ma Chandi war mit ihnen zufrieden und gewährte ihnen den Segen des Sieges und rüstete sie mit Waffen aus. 
Die Pujarini (Priesterin) gab jedem von uns viel Prasad und dann gingen wir zum Bus zurück.